Blogtour „Leona“ von Jenny Rogneby – Tag 3: Missbrauch

leonabanner

Hallo ihr Lieben,

heute ist schon wieder Tag 3 der Blogtour zu „Leona – Die Würfel sind gefallen“ von Jenny nachdem ihr die letzten beiden Tage ein wenig über das Buch (Katja) und Leona (Anett) erfahren habt, darf ich mich nun einem Thema widmen, welches sehr ernst und traurig ist. Leider ist es auch in der Gesellschaft noch nicht wirklich angekommen und wird tabuisiert, denn so etwas darf es natürlich in einer so fortschrittlichen Gesellschaft wie der Unseren nicht geben. Die Rede ist von Missbrauch.

Missbrauch an sich ist schon ein sehr  weit gefasster Begriff, denn auch hier muss man unterscheiden. Sexueller Missbrauch bei Erwachsenen ist immer noch ein heikles Thema, allerdings ist es schon deutlich mehr auf dem Schirm der Öffentlichkeit als Kindesmissbrauch. Denn egal welche Art des Missbrauches man nun anführen möchte – sei er nun psychischer, physischer oder sexueller Natur – wenn es um Kinder geht, klingt es einfach zu unvorstellbar um wahr zu sein. Erwachsene, ja sogar Familienangehörige, die solche Dinge mitbekommen, schauen in den allermeisten Fälle weg und verdrängen die Tatsache, dass ihr Bekannter, Freund, Bruder, o.ä. in der Lage ist Abscheulichkeiten dieser Art zu begehen, denn allein der Gedanke, dass man sich so sehr in einen Menschen täuschen konnte oder ihn gar trotzdem liebt, ist für viele einfach unerträglich. Doch wenn ihr Umfeld nichts unternimmt, sind die Opfer meist machtlos. Besonders schlimm ist die Situation natürlich, wenn die Handlungen durch die Familie geschehen, denn dann sind dem Kind eigentlich alle Anlaufstellen genommen.

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Warum das so ist? Nun ich könnte euch die Fakten aufzählen und Lehrbücher runterleiern, aber dafür fehlt mir ehrlich gesagt etwas die Muse, denn solche Artikel kann man an jeder Ecke finden. Daher habe ich überlegt, wie man die Sache greifbarer machen kann für andere und habe dabei mit einigen Leuten aus meinem Umfeld gesprochen. Da ich auch aus verschiedenen Gründen einige Leute kenne, welche bedauerlicherweise Missbrauch in Kindestagen am eigenen Leib erfahren haben, haben wir beschlossen, dass dieser Artikel anders werden muss. Wir haben für euch den fiktiven Charakter „Klara“ erschaffen, welcher euch seine Geschichte erzählen wird und auch einige Fragen von mir beantworten wird. Klaras Geschichte ist die Geschichte von 4 Missbrauchsopfern. Jeder hat ein wenig von sich dazu gegeben und ein Stück von Klara geschaffen. Denn auch, wenn es Unterschiede in Intensität und Ausführung gibt, die grundlegenden Dinge sind alle gleich bzw. sehr ähnlich.

Damit ihr wisst, wie ihr Klara einordnen sollt, hier eine kurze Vorstellung:
Klara ist heute Anfang 20, hat einen Körper mit ziemlich vielen Narben, weshalb sie oft schief angesehen wird, hat einiges an Essstörungen durch, Schlafstörungen sind ihr ständiger Begleiter, sie hat vor vielen Alltagssituationen Angst und war in ihrem Leben schon einige Male in der Psychiatrie. Freiwillig übrigens, denn auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, die wenigsten Menschen werden zwangseingewiesen, sondern gehen diesen Schritt freiwillig.

Ich habe Klara gebeten, dass sie mir ein wenig über ihre Kindheit erzählt und wie es bei ihr zuhause so zuging.

Klara:
Ich habe nicht verstanden, warum mein Papa immer so wütend wurde. Manchmal war er ganz lieb. Er streichelte meinen Kopf, sagte mir wie lieb er mich hat und nannte mich seine kleine Prinzessin. Dann war alles gut und ich das glücklichste kleine Kind, dass man sich vorstellen konnte. Doch da waren auch noch Papas Wutausbrüche. Ich wusste, dass ich mich bester unsichtbar machte, wenn er getrunken hatte, aber meistens habe ich nicht verstanden, was ich denn wieder falsch gemacht hatte. Wenn ich im Kindergarten einen Fleck auf meine Hose gemacht hatte, beim Spielen die Bauklötzchen umgeworfen habe und sie dann ein bisschen gepoltert haben oder nachts nochmal aufs Klo musste, dann wurde er immer so wütend. Er lief dann immer ganz rot an im Gesicht und schrie mich an. Wie dumm und nutzlos ich doch sei, dass er es nicht verdient hätte mit jemandem wie mir gestraft zu sein, dass er mich hasse, dass ich zu nichts zu gebrauchen wäre, zu dumm zu allem oder was auch immer. Die Liste kann man fast endlos fortsetzen. Wenn ich Pech hatte, ließ er mich dann einfach stehen. Aber meistens schlug er mich mit seiner Hand, drückte seine Zigaretten auf meiner Haut aus, sperrte mich in den Schrank oder prügelt mich mit seinem Gürtel. Einmal hat er mir die Hand auf die heiße Herdplatte gedrückt. Meine Mama stand meistens weinend daneben oder ging ins Schlafzimmer. Mir geholfen hat sie nie.

An dieser Stelle habe ich gefragt, warum es Pech war, wenn ihr Vater sie stehen ließ und ob sie jemandem davon erzählt hatte.

Klara:
Nein, ich habe mit niemandem geredet. Mein Papa hat gesagt, dass ich es niemandem erzählen darf, sonst bekommt er ganz viel Ärger. Dann muss er weg von uns und ich könnte ihn niemals wiedersehen. Mama wäre dann auch ganz traurig und sie hätten mich dann nicht mehr lieb. Ich wollte aber, dass mein Papa mich lieb hat und vor allem wollte ich nicht, dass mein Papa für immer weg ist, denn ich hatte ihn doch trotzdem lieb.

Und das mit dem Pech… wenn mein Papa mit geschlagen hat oder in den Keller gesperrt hat, dann war das meine Strafe. Wenn man etwas Böses gemacht hat, wird man bestraft und dann hat einen Papa wieder lieb. Wenn er einen aber nicht bestraft, dann bleibt Papa noch ganz lange böse mit mir und schreit mich an oder beachtet mich gar nicht mehr. Das ist viel schlimmer.

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Für diesen ersten Part von Klaras Geschichte haben wir ganz bewusst einen kindlichen Ton gewählt, denn häufig verfallen Opfer, welche über diese Sachen reden müssen in sogenannte Flashbacks. Dabei können Sie nicht mehr zwischen der Realität und der Erinnerung unterscheiden und ihr Kopf hält sie ganz mitten in den Erlebnissen der Vergangenheit gefangen. Die Flashbacks können aber auch von Gegenständen, Geräuschen oder Gerüchen ausgelöst werden, welche mit dem Trauma im Zusammenhang stehen. Bei Klara ist es z.B. so, dass sie mit dem Knallen von Peitschen und dem Geruch von Bier in ihre Flashbacks katapultiert wird. Natürlich gibt es auch noch viele andere Auslöser, aber oft kann man diese nicht so klar zuordnen und benennen. Sie herauszufinden ist ein harter und langwieriger Weg, denn gerade wenn die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung verschwimmen, ist eine nachträgliche Analyse kaum möglich.

Doch bevor wir uns wieder Klara zuwenden, vergleichen wir den ersten Teil ihrer Erzählungen einmal mit Olivia. Wie Klara hat auch Olivia ihren Vater lieb und möchte alles richtig machen. Einerseits natürlich, damit sie wieder zu ihrer Mama darf, andererseits damit er sie lieb hat und ihr nicht wehtut. Man merkt schon hier, dass Olivia sehr unter Druck steht, denn außer der emotionalen Erpressung durch ihren Vater, kommt auch noch die körperliche und emotionale Vernachlässigung hinzu. Nahrungsentzug, Schmerzen, Alleinsein (nicht nur emotional sondern auch räumlich) und Liebesentzug setzen einem Kind in diesem Alter extrem zu und wenn dann noch körperliche Gewalt in Form von Schlägen hinzukommt, ist ein Punkt erreicht an dem ein Kind innerlich zerbricht. Leider werden wir wohl nicht erfahren, wie die Geschichte von Olivia weitergeht und ob sie es schaffen wird, sich zu erholen und ein halbwegs normales Leben im Anschluss zu führen, doch ich denke, dass sich ein Teil davon mit Klaras weiterer Geschichte decken wird, denn das Mädchen bei seiner Mutter zu belassen, wäre angesichts der Umstände wohl nicht vertretbar, denn auch eine Vernachlässigung durch die Mutter tritt sehr deutlich zu Tage, wenn man ein wenig nachdenkt. Da ich mich aber hier nicht in Spekulationen ergehen möchte, lassen wir Klara erzählen, wie das Leben eines Kindes weitergehen kann, dem nicht rechtzeitig geholfen wird.

Klara:
Ich glaube, dass mein Flecken, Wunden und Knochenbrüche schon aufgefallen sind in der Schule. Natürlich hatte mir mein Vater immer schön einbläut, was ich denn zu sagen hätte, wenn einer nachfragt, aber so oft, wie ich etwas hatte, müssten die Lehrer eigentlich Verdacht geschöpft haben. Gesagt hat aber keiner etwas. Erst als ich mit 15 in die Ausbildung kam und meine Sportlehrerin an der Berufsschule meinen Rücken gesehen hat, wurde etwas unternommen. Sie hat das Jugendamt verständigt und der Mitarbeiter hat mich gleich aus der Familie geholt. Ich durfte mich nicht einmal mehr verabschieden, meine Sachen wurden abgeholt und ich direkt ins erste Heim gebracht. Dort war alles ganz schrecklich und ich kam nicht klar. Ich durfte meine Eltern nicht sehen und musste dann sogar gegen sie vor Gericht aussagen. Meine Ausbildung habe ich abgebrochen und als man mich in die erste Pflegefamilie steckte, habe ich mich so aufgeführt, dass ich ein paar Tage später schon im nächsten Heim war. Einen Psychologen haben sie mir auch aufgedrückt, aber mit dem habe ich kein Wort geredet. Ging den ja nichts an, was mit mir ist. Ich wollte die Dinge einfach nur vergessen und weitermachen. Das ging phasenweise auch ganz prima, da habe ich mich in eine Sache reingehängt und war vom Aufstehen bis zum Schlafengehen nur darauf fokussiert. Doch egal was ich anfing ich habe es abgebrochen, weil auch die Tage kamen, an denen sich die Dinge nicht mehr zurückdrängen ließen. Dann lag ich oft tagelang im Bett und habe geheult und mit meinem Leben gehadert. Wenn der Schmerz zu groß war, habe ich geritzt oder mich mit Wodka zulaufen lassen. Ich hatte das Gefühl, dass es nie besser werden würde. Doch sprechen wollte ich weiterhin mit niemandem und schließlich hatte ich ja selbst Schuld. Warum stellte ich mich also so an?

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Hier möchte ich wieder kurz einhaken. Wir haben gerade von verschiedenen Methoden gehört, welche sich hauptsächlich mit Verdrängung beschäftigen. Sei es nun übertriebener Aktionismus, ein Vollrausch oder Selbstverletzungen, all dies dient nur dem einen Zweck: Das Vergangene um jeden Preis zu verdrängen. Dies ist ein Schutzmechanismus des Gehirns, welcher dazu dient Dinge nach unten zu bringen, für welche es momentan keine Lösungsstrategie gibt. In den extremsten Fällen erfolgt eine Dissoziation. Darunter versteht man eine Abspaltung der Seele vom Körper. Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Dissoziation und jeder erlebt diese anders. Während manche berichten, dass die Leute im Raum immer kleiner wurden, als flöge man davon, so gibt es auch Fälle, wo jemand einfach nur vor sich hin starrt und wenn er zurückkommt gar nicht weiß, dass er abgedriftet war. Nur ein Blick auf die Uhr verrät, dass es so gewesen sein muss. Wieder andere Patienten funktionieren im Autopilot weiter und agieren bis zu einem bestimmten Grad weiter, auch wenn ihnen hinterher sämtliche Erinnerung daran fehlt. Doch egal wie sich diese Dissoziation äußert, wichtig ist vor allem eins: Einen Menschen, der dissoziiert ist, darf man nicht anfassen. Man weiß nicht, wo er sich gerade befindet und wird vielleicht unbewusst als Gefahr eingestuft. Wenn man als Anfassender Pech hat, bekommt man dann durch Verteidigungsmechanismen ordentlich etwas ab, was zwar nicht schön ist, aber für den Dissoziierten kann es noch weit schlimmere Folgen haben. Erfolgt eine ungünstige Zuordnung der Berührung kann sich die Dissoziation ändern und innerhalb dieser verfällt der Patient in Panik. Wie lange er in dieser „Panikdissoziation“ dann aushalten muss, ehe er sich wieder befreien kann, kann man beim besten Willen nicht sagen. Daher unbedingt merken, dass in diesem Fall die beste Hilfe keine Hilfe ist, solange man nicht geschult darin ist.

Übrigens: Auch die Tatsache, dass die Opfer sich selbst oft die Schuld geben, ist ein Schutzmechanismus. Denn dann können sie wütend auf sich selbst und ihre Dummheit sein. Würden sie zugeben, dass sie keine Schuld trifft, stünden sie der Sache ohnmächtig entgegen.

Jetzt aber zurück zu Klara, denn nachdem sie heute mit mir hier sitzen kann und reden, hat sich ja in den letzten Jahren noch einiges getan.

Klara:
Ich habe mir irgendwann sehr gut eingeredet gehabt, dass es ja alles meine Schuld ist und mit Alkohol und Rasierklingen kam ich auch halbwegs über den Tag. Außerdem gab es eine Radikaldiät, denn das Hungergefühl vom Essensentzug war eine willkommene Strafe für meine Schuld. Es hat gar nicht so lange gedauert, dann war ich magersüchtig und hatte das nächste Problem am Hals. Inzwischen war ich auch schon 18 und lebte in einer betreuten Wohngruppe, denn ein Gericht hat mir auf anraten des Psychologen, mit dem ich nie gearbeitet habe, einen gesetzlichen Betreuer zugeordnet, der das für mich entschieden hat. Über eine Mitbewohnerin lernte ich meinen ersten Freund kennen. Er war kaum anders als mein Vater. Trank dauernd und schlug und beschimpfte mich dann. Doch er hatte mir so gut eingeredet, dass ich ein Stück Dreck wäre, dass nach ihm niemanden mehr fände, dass ich mich aus Angst allein zu bleiben auch nicht trennte. Ich landete mehrmals im Krankenhaus. Beim letzten Mal wurde ich mit unregelmäßigem Herzschlag und mehreren gebrochenen Rippen eingeliefert. Es hatte nicht viel gefehlt, dass sich eine davon in meine Lunge gebohrt hätte. Doch vielleicht habe ich diesen Schreckmoment gebraucht, das Wissen, dass außerhalb der Klinik nur ein früher Tod auf mich lauert, denn auf einmal wollte ich reden. Während ich in der Klinik war, kam ein Psychologe und redete mit mir. Zuerst nur über meinen, inzwischen Ex-, Freund, später als ich auf die psychiatrische Station verlegt wurde auch über meinen Vater. Das erstaunlichste daran war für mich, dass es mir gut tat. Dass da jemand war, der einfach nur zuhörte und der mir keine Vorhaltungen machte für die Dinge, die geschehen waren.

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Auch hier möchte ich kurz unterbrechen, denn hier wurde eigentlich das Wichtigste überhaupt gesagt:

Der Patient muss bereit sein zu reden. Man kann einen Patienten ans Bett fesseln, damit ein Bruch verheilen kann, aber die Psyche kann nie unter Zwang genesen. Keine Therapie der Welt wird einem Patienten nutzen, der sich dagegen sträubt. Jeder Patient braucht seine ganz eigene Zeit bis er sich darauf einlassen kann und diese muss man ihm einfach geben.

Doch nun zurück zu Klara und dem letzten Teil ihrer Geschichte.

Klara:
Nachdem es nur eine Krisenstation war, hat der Arzt mich auf einer richtigen Therapiestation angemeldet. Die Wartelisten dort sind lange und wenn man dann hört, dass man über ein Jahr warten muss bis man einen Platz bekommt, dann ist das nur entmutigend, aber es musste ja weitergehen und das war nur so möglich. In diesem Jahr habe ich mich mit Hilfe der Krisenstation durchgewurstelt und schließlich hatte ich meinen Therapieplatz. Die Therapie war hart, aber ganz anders als ich sie mir vorgestellt hatte. Im Gegensatz zum Fernsehen war die Abteilung, die meiste Zeit des Tages aufgesperrt und außerhalb der Therapiezeiten, hat man sich beim Personal ab- und angemeldet und konnte spazieren und einkaufen gehen. Auch das Personal war sehr nett und ich kam sehr gut mit ihm aus. Mein neuer Psychologe war anders, aber er gab sich viel Mühe, dass wir ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen konnten. Ich hatte dann Ergo-, Musik-, Kunst-, Gruppen- und Körpertherapie, außerdem eben Gespräche bei meinem Psychologen. Diese haben mir eigentlich am meisten geholfen. Ich habe im Laufe der Therapie gelernt, wie man Flashbacks vorbeugen kann bzw. dafür sorgen, dass sie einen nicht komplett mitreißen, wie ich negative Gedanken in Schubladen stecken und fest verschließen kann, so dass sie mich erst einmal nicht mehr quälen (Imaginationstherapie), aber vor allem wurde das Schuldthema mit mir besprochen, denn das hat mich sehr belastet. Wir haben Realitätsüberprüfungen gemacht, in denen ich überlegen musste, ob andere es auch so sehen würden, dass ich Schuld bin oder nicht und wir haben auch Pro-Contra-Listen dazu angefertigt und darüber geredet. Inzwischen ist der Schuldgedanke bis auf kurzes Aufblitzen im Griff und auch die Flashbacks kann ich besser kontrollieren. Aber ich bin auch ehrlich: Es ist noch ein langer Weg bis mein Leben auch nur halbwegs „normal“ ist.

Das war Klaras Geschichte und ich glaube, dass sie einige zum Nachdenken bringen wird. Nicht wegen der grausigen Details, denn diese haben wir weggelassen, sondern weil wir viel zu oft Menschen treffen, über deren Schicksal wir nur hinwegsehen, über deren Narben wir lästern und die wir für einen Aufenthalt in der Psychiatrie verurteilen.

Es gibt viele gute Therapiemethoden und einige wurden genannt, aber es gibt nichts, was eine Therapie besser unterstützen kann als Menschen, welche dem Patienten das Gefühl geben, dass jemand hinter ihm steht.

Und warum wir euch das alles erzählt haben? Weil das Schicksal von Olivia, welche bei „Leona – Die Würfel sind gefallen“ schwersten Misshandlungen ausgesetzt ist, damit sie die Bank überfällt, nicht egal ist. Die Autorin hat mit Olivia eine Figur geschaffen, welche einem einfach nur Leid tun kann. Doch obwohl wir das Schicksal von Olivia nicht ändern können, so kann es uns doch zum Nachdenken anregen über das, was tagtäglich vor unseren Augen passiert. Vielleicht es Jenny Rogneby und uns ja gelungen.

Bevor ich jetzt zum Gewinnspiel komme, habe ich noch 2 Dinge auf dem Herzen:

  1. Danke an die 4 netten Menschen, welche sich als Vorlage für Klara zur Verfügung gestellt haben
    und
    2. Bitte behandelt Menschen, welche auf den psychiatrischen Stationen der Kliniken sind nicht wie Aussatz oder lästert über sie. Ihr müsst auch keine Angst vor ihnen haben, denn dort liegen die Opfer. Die Täter laufen meistens frei herum und unterhalten sich nett mit euch.

Nachdem da es nach diesem Artikel schwer ist wirklich eine gezielte Frage zu stellen, mit dir ihr ein Los sammeln könnt, ist meine Aufgabe für euch diese hier:

Hinterlasst mir einen Kommentar und äußert einfach einmal die Gedanken, die euch beim Lesen des Artikels in den Kopf geschossen sind. Fragen, Meinungen, Kritiken alles ist gewünscht und wird gewertet.

Wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmt, erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.

Zu gewinnen gibts übrigens 5 Bücher von „Leona – DieWürfel sind gefallen“ von Jenny Rogneby.

würfel

Als Letztes habe ich noch einmal den Tourplan für euch in der Übersicht und wünsche euch weiterhin viel Spaß mit der Blogtour.

24.8. Missbrauch (hier)
27.8. Gewinnerbekanntgabe

10 Gedanken zu „Blogtour „Leona“ von Jenny Rogneby – Tag 3: Missbrauch“

  1. Ich finde Dir ist es sehr gut gelungen, dieses sehr persönliche und schwierige Thema zu präsentieren. Vor allem sprachlich – im ersten Teil diese etwas kindliche Ausdrucksweise, weil hier die Situation eines Kindes geschildert wird – und später die eines Teenagers passt der Text sehr gut zu dem Geschilderten. Was sicherlich auch klar wurde: es gibt keine einfache Lösungen (wie Pflegefamilien) und bis überhaupt Hilfe bei den betroffenen ankommt, dauert es oft Jahre – wenn überhaupt. Die Schutzmechanismen von einzelnen Menschen und ganzen Familien gegenüber der Außenwelt sind da einfach zu stark.

  2. Hi also das Thema ist echt nicht leich und bringt einen zum grübeln. Es wird einfach viel zu sehr weg gesehen. Ich habe im Freundiskreis auch eine Pflegemutti, der Ich auch mal unter die Arme greife. Die Geschichten der Kinder sind einfach nur schrecklich. Man merkt aber auch gleich das die Mütter selber kein besseres Leben hatten und keinen anderen Umgang kennen. Es tut einem im Herzen einfach nur leid. Man möchte sich auch gar nicht vorstellen, das so etwas in der eigen Familie passieren kann. Man darf aber einfach nicht weggucken. Oh man ich werd jetzt mal weiter grübeln.
    Danke für diese echt gute Umsetzung des heutigen Blogthemas.
    LG Ricarda;-)

  3. Mich hat der Artikel berührt, aber auch wütend und traurig gemacht. Ich verstehe immer nicht, wie jemand es fertig bringt sein eigenes Kind so schrecklich zu quälen.
    Ich denke jeder von uns muss aufmerksamer werden und auf keinen Fall darf bei Missbrauch jeglicher Art einfach weggeschaut werden!

  4. Danke für den echt interessanten Blogbeitrag, der mich sehr bewegt hat. Ich persönlich hatte eine sehr schöne Kindheit und kenne auch keinen – Gott sei Dank- dem ähnliches passiert ist.

    Ich wünsche noch einen schönen Montag.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  5. Wenn man diesen Text liest, bekommt man ein wahrlich beklemmendes Gefühl und fühlt sich einfach hilflos, weil man den Opfern nicht helfen kann. Man kann nur hoffen, dass die Leute aus dem näheren Umfeld des Opfers mit offenen Augen durchs Leben gehen, und sie bei Bedarf auch eingreifen, indem sie ihren Verdacht äußern. Ganz schlimm finde ich, wenn Mütter WISSENTLICH die Augen verschließen, wenn sie einen Missbrauch feststellen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

  6. Hallo,

    definitiv kein leichtes Thema, was auch nachhaltig beschäftigt. Den Blogbeitrag konnte ich gar nicht in einem Rutsch lesen und musste zwischendurch wirklich inne halten und Luft holen. Aber trotz allem sehr gut geschrieben.

    Liebe Grüße
    SaBine

  7. Guten Abend,
    ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nach diesem Artikel als erstes einfach nur sprachlos bin. Der Artikel berührt, stimmt nachdenklich und lässt mich sicher noch ein Weilchen nicht los. Ich habe ein Kloß im Hals und würde gerne weinen, weil ich an eine ganz liebe Freundin denke, die noch gar nicht lange aus der Psychatrie wieder draußen ist und bei der ich echt Angst hatte sie für immer zu verlieren.
    Danke für diesen Artikel, der sicher nicht einfach war zu schreiben!
    Liebe Grüße, Verena.

  8. Hallo ,

    Vielen Dank für den sehr interessanten , traurigen Beitrag
    welche mich sehr nachdenklich gemacht hat und auch wütend auf solche Leute die Kinder missbrauchen.

    Liebe Grüße Margareta

  9. Hallo,

    ein toller Artikel, der dieses schwierige Thema gut zusammenfasst und einen informativen Einblick gibt. Ich bin der Ansicht, dass man noch sehr viel mehr Prävention betreiben sollte, sodass Missbrauch verhindert werden kann.

    LG

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